Eva Greil-Schähs
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Gastkommentar: Diabetes kostet uns viel zu viel

Kommentar

Dr.in Eva Greil-Schähs,
Ressortleitung Krone GESUND | GESUND online

Geld, Menschenleben, Stunden voller Leid, all das sind die gewaltigen Kosten von „Zucker“! Das schmerzt in jedweder Hinsicht, nämlich das Gesundheitssystem, die Wirtschaft und fast jeden zehnten Menschen auf diesem Planeten. Denn so viele sind im Schnitt bereits von Diabetes betroffen. Tendenz stark steigend. Mit gefährlichen Folgen für den Körper.

Und etliche mehr wissen gar nicht, dass eine potenziell tödliche Krankheit in ihrem Körper schlummert, weisen zu hohen Blutzucker auf, der als Vorstufe des Diabetes gilt. Dabei ist der Ausdruck „Prädiabetes“ irreführend, denn Betroffene haben ein hohes Risiko, nicht nur an Diabetes zu erkranken, sondern ebenfalls für Herzinfarkt und Schlaganfall.

Auch wenn das menschliche Leid unzählbar ist, muss die Öffentlichkeit mit harten Zahlen wachgerüttelt werden. Laut neuesten Studien belaufen sich die weltweiten Kosten im Zusammenhang mit Diabetes für die nächsten Jahrzehnte auf rund 10 Billionen Dollar. Rechnet man noch ein, dass jene Menschen, die Diabetiker*innen pflegen, mitunter nicht arbeiten können, belaufen sich diese Ausgaben sogar auf bis zu 152 Billionen Dollar. Österreich wird bis 2050 mit Aufwendungen von rund 19 Milliarden Dollar rechnen müssen.

Um Kosten und Leid zu senken, braucht es rasche Maßnahmen, auch seitens der Politik: Informationskampagnen zu einem Lebensstil mit mehr Bewegung und gesunder Ernährung, aber auch Früh­erkennung durch großflächige Diabetes-Screenings in der Gesamtbevölkerung sowie schnelle Diagnose und Therapiebeginn.

Der Kommentar gibt die Meinung der Autorin wieder und muss nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen.

Bild: Eva Manhart

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