
Ich kann behaupten, mich besonders gesund zu ernähren. So, wie das die moderne Ernährungswissenschaft empfiehlt: viel Bio-Obst und Gemüse, kaum Süßes und kein Fleisch. Und ich mache regelmäßig Sport. Aber im Gegensatz zur bewussten Ernährung fällt mir Letzteres etwas schwerer. Ich muss mich jedes Mal aufs Neue überwinden. Vor zehn Jahren habe ich begonnen, regelmäßig Fastenkuren zu machen. Idealerweise zwei Mal im Jahr, im Frühjahr und Herbst. Da habe ich über die Jahre viel über bewusste Ernährung gelernt und sie in meinen Alltag integriert. Für mich ist sie das Fundament der Gesundheit.
Beim Fasten spürt man, wie der Körper innerlich gereinigt wird und zu neuen Kräften kommt. Es bedeutet ja nicht nur, nichts zu essen. Es ist auch eine mentale Reinigung. Dabei ist es manchmal hilfreich, jemanden an der Seite zu haben. Eine Freundin als Leidensgenossin, sozusagen. Am Beginn kann der plötzliche Verzicht belastend sein, man kommt an seine Grenzen. Zu zweit kann man sich gegenseitig motivieren und durchtragen. Ich kann mich gut an meine erste Fastenkur erinnern. Ich ging spazieren und merkte, wie viel klarer und intensiver ich die Natur erlebte. Ich will nicht zu spirituell klingen, aber es ist immer wieder aufs Neue spannend, diesen Reinigungsprozess zu erleben.
Bild: ORF