
Bald nach der Operation wieder am Sportplatz. Dank eines speziellen Rehab-Programms kann der 71-jährige Patient Wilhelm Urbanek bereits wenige Wochen nach dem Einsetzen einer Hüftgelenksprothese wieder Badminton spielen.
Von Claudio Honsal
Prof. Dr. Wilhelm Urbanek ist 71 Jahre alt, pensionierter Historiker und begeisterter Badminton-Spieler. Doch er hat einen langen Leidensweg hinter sich. „Jahrelang hatte ich den Eindruck, dass in meinem linken Oberschenkel ein Muskel beschädigt oder womöglich eingerissen sei.“ Was als lästige Einschränkung begann, entwickelte sich schleichend zu einem massiven Problem. 2024 wurden die Schmerzen so stark, dass Urbanek sämtlichen Spaß an sportlichen Aktivitäten verloren hatte.
Ein Röntgen brachte endlich Klarheit, aber auch Verunsicherung. Das linke Hüftgelenk war vollständig abgenützt. Nach einer intensiven Recherche stimmte der Patient im November 2024 einer Hüft-Operation am Herz-Jesu Krankenhaus Wien zu, hatte aber zunächst viele Fragen. Was bedeutet das für mein Leben? Werde ich weiterhin Sport treiben können? Bleiben Einschränkungen? Rückblickend betont Urbanek, dass die OP „zwar zunächst einschneidend klingt, aber sich das Leben danach grundlegend zum Positiven verändert“.
Hilfe in der Not kam in Person von Oberarzt Univ.-Doz. Dr. Wolfgang Schneider, Begründer des Zentrums für Endoprothetik sowie jenes für Fuß- und Sprunggelenkschirurgie. Der Spezialist zählt zu den erfahrensten Gelenkschirurgen und Hüftoperateuren des Landes. Mit rund 2.600 endoprothetischen Eingriffen pro Jahr zählt das Herz-Jesu Krankenhaus Wien zu den führenden Einrichtungen österreichweit. „Damit liegen wir im gesamten deutschsprachigen Raum im Spitzenfeld“, erklärt Schneider.
Chirurg Wolfgang Schneider zeigt seinem Patienten das Implantat für dessen Hüftgelenk.
© Ralph Darabos
Bei Urbanek handelte es sich um eine altersentsprechende, degenerative Veränderung des Hüftgelenks. „Medizinisch nichts Ungewöhnliches, aber für den Patienten vor dem Eingriff mit erheblichen Einschränkungen verbunden“, weiß der Operateur.
Damit Patient*innen wie Urbanek so schnell wie möglich wieder fit werden, wird im Herz-Jesu Krankenhaus Wien und dem Orthopädischen Spital Speising das laut Schneider „höchst erfolgreiche und international bewährte“ Rapid-Recovery-Programm angewandt. Es steht für Früh-Remobilisation. Außerdem werden Patient*innen hier als aktive Partner*innen in den Gesundheitsprozess einbezogen und aktiv aufgeklärt. „Das multidisziplinäre Konzept sorgt für eine schnelle Genesung nach einer schonenden, minimalinvasiven Gelenksersatz-Operation, optimiert die Schmerztherapie und aktiviert Operierte bereits am Tag des Eingriffs“, erläutert Schneider. „Unser Ziel ist es, Patientinnen und Patienten schnellstmöglich wieder selbstständig und mobil werden zu lassen.“
Bei Urbanek dauerte der Eingriff nur 45 Minuten. Über einen minimalinvasiven Zugang wurde ihm ein kleines künstliches Hüftgelenk aus Titan implantiert. Schon vier Stunden nach der OP stand der Patient erstmals auf und belastete das neue Gelenk. „Es gibt kaum einen anderen Eingriff, der einen vergleichbaren Zugewinn an Lebensqualität bringt wie der Hüftgelenksersatz“, macht Schneider anderen Patient*innen Mut.
Implantat mit künstlicher Gelenkskugel
© Ralph Darabos
Auch bei Urbanek zeigte sich rasch Erfolg. Aufgrund seiner guten körperlichen Verfassung konnte er das Krankenhaus bereits zwei Tage nach der OP schmerzfrei verlassen. „Der Körper und das neue Hüftgelenk sind schneller für Belastungen bereit, als der Kopf sie zulässt“, erinnert sich der Patient. „Ich war anfangs übervorsichtig, aber eigentlich beginnt sofort nach dem Eingriff ein neues schmerzfreies Leben.“
Bereits vier Wochen später stand der Sportler wieder auf dem Badmintonplatz. Zur ersten Nachkontrolle fuhr er mit dem Motorrad. Und heute kann er auch wieder wandern und Ski fahren. Für Urbanek ist klar: „Ich kann jedem nur raten, keine Angst vor einer Hüftoperation zu haben. Ein Routineeingriff, der die vermisste Lebensqualität in Windeseile zurückbringt.“
Headerbild: Historiker Urbanek spielt auf dem Badmintonplatz wieder Matches.
© Ralph Darabos