Andreas Waldsich
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Von der Seele geschrieben von Mag. Andreas Waldsich, MIM

Kommentar

Vom Überleben zum Leben.

Mag. Andreas Waldsich, MIM, Vorstand für Wertemanagement und Ehrenamt; Herz-Jesu Krankenhaus Wien

Alle Jahre wieder wird die Weihnachtszeit vom Dreikönigsfest beschlossen. Die Sterndeuter brechen auf und folgen einem hellen Stern, nicht wissend, wohin die Reise führt und was sie am Ziel wohl finden werden. Warum haben sie sich auf den Weg gemacht? Würden wir heute einem hellen Stern folgen und uns auf die Suche machen?

Vielleicht kennst du das Gefühl, im Leben unterwegs zu sein, aber nicht genau zu wissen, wohin eigentlich? Wir funktionieren, wir planen, organisieren und leisten. Und irgendwo tief in uns taucht die Frage auf, ist das alles? Eine heilige Unruhe hat die Sterndeuter erfasst. Sie spüren, dass in der Welt mehr ist. Sie geben sich nicht mit dem Gewohnten zufrieden, sie bleiben nicht stehen, sie suchen, sie lassen sich herausfordern und verändern. Interessant ist, dass nicht Einheimische oder Schriftgelehrte den Stern sehen, sondern andersgläubige Fremde aus dem Osten. Vielleicht war dieser Stern kein blendendes Licht, vielleicht nur ein leiser Hinweis. So wie ein Gedanke, der nicht mehr loslässt, oder eine Frage, die sich meldet, wenn es still wird. Oft ist es gerade unsere Sicherheit, unser Ich-weiß-schon-Alles, das uns blind machen kann für das Wesentliche. Darum sagt uns diese Geschichte: Sei nicht zu sicher, halte Raum für das Neue.

Die Sterndeuter bringen uns eine weitere Botschaft. Wir können dem Göttlichen in unserem Leben begegnen. Die Sterndeuter haben keinen Plan, keine Garantie. Sie hatten nur einen Stern gesehen und Vertrauen und Mut gefasst. Was sagt uns das? Du musst nicht alles wissen, bevor du gehst. Wer sein Herz berühren lässt, dessen Herz beginnt zu blühen und zu leuchten. So sind wir nicht nur immer auf der Suche nach dem Licht. Wir tragen das Licht schon auch in uns und dürfen für andere ein Stern sein.

Wenn Menschen aufbrechen und dem Stern folgen, beginnt Veränderung und sie kommen vom Überleben zum Leben.

Bild: Felicitas Matern/Herz-Jesu Krankenhaus Wien

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